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Entschuldigung, das habe ich nicht verstanden

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Unterwegs mit Schneidermeister Yan, auf den Spuren der Kunst der Qipao-Schneiderei und der Geschichte von Jordan

Localiiz
  • von Localiiz
Meister Yan hält einen maßgeschneiderten Qipao hoch

Bildnachweis: Julian Leung Photography

Qipaos sind ein unverkennbarer Teil der chinesischen Kultur und in Film und Fernsehen als Symbol für Weiblichkeit und Status allgegenwärtig. Die Ursprünge des Qipaos gehen auf die Qing-Dynastie (1644-1912) zurück, aber erst in den 1920er Jahren wurde er in der Oberschicht Shanghais und in den 1960er Jahren in Hongkong populär. Das goldene Zeitalter des Qipaos begann mit dem massiven Zustrom von Shanghaier Bürgern nach Hongkong. Der Film "In the Mood for Love" von Wong Kar-wai, in dem die Schauspielerin Maggie Cheung in mehr als 20 verschiedenen Qipaos zu sehen ist, hat das Hongkong der 1960er Jahre unsterblich gemacht. Alle ihre Kleider wurden von einem begnadeten Team von Schneidern angefertigt, darunter Meister Yan Ka-man, der auch für Spitzenmarken wie Shanghai Tang und die Kostümabteilung von Hongkongs führendem Fernsehsender (TVB) arbeitete und Qipaos für berühmte lokale und internationale Schauspieler und Schauspielerinnen wie Tang Wei, Carina Lau, Michelle Yeoh, Lisa Wang und Law Kar-ying anfertigte. 

Mesiter Yan näht an seinem Arbeitsplatz

Bildnachweis: Julian Leung Photography

Er wurde in einem kleinen Dorf in Zhejiang geboren und hatte eine schwere Kindheit. Als er 1951 in die Stadt zog, entdeckte er Hongkong als eine Stadt voller Aktivitäten und Möglichkeiten. Er ging bei seinem Onkel in die Lehre und verdiente ein mageres, aber brauchbares Gehalt. Das Jordangebiet war damals noch unterentwickelt, und es gab keine Fabriken, in denen Kleidung in Massenproduktion hergestellt wurde, so dass die Menschen ihre Kleidung selbst herstellen mussten. Die Wohlhabenderen ließen sich Qipaos schneidern, während das normale Volk einfache Hemden und Hosen herstellte. Zu dieser Zeit gab es in der Jordan Road viele Schneidereien, die mit einigen Konzessionsgeschäften und Bodegas durchsetzt waren. Sie waren strategisch günstig in unmittelbarer Nähe der Textilgeschäfte in der Nathan Road und des inzwischen abgerissenen Fähranlegers in der Jordan Road platziert, um Menschen anzuziehen, die mit der Fähre von und nach Hongkong Island pendelten, um sich Qipaos schneidern zu lassen. Hinzu kam, dass die Gegend damals ein wichtiges Geschäfts- und Einkaufsviertel war, mit der Shanghai Street voller Pfandhäuser, Buchläden und anderer traditioneller chinesischer Geschäfte.

Meister Yans Werke

Bilder: Calvin Sit Photography

"Früher musste ich drei Qipaos pro Tag nähen, heute sind es nur noch drei pro Woche", erklärt er. Leider gibt es heute nicht mehr viele Schneidermeister und Qipao-Läden. "In den 50er und 60er Jahren waren Qipaos sehr trendy. Ich glaube nicht, dass es jetzt noch viele Läden gibt", fügt Meister Yan hinzu. Er hat viele Stammkunden, meist ältere Hongkonger, aber auch jüngere Kundinnen kommen in sein Atelier, meist auf Empfehlung von Stammkunden, die ihn für Hochzeiten und andere feierliche Anlässe beauftragen. 

Meister Yan schaut sich alte Fotografien seiner Werke an

Bildnachweis: Julian Leung Photography

Obwohl Meister Yan durch seinen Beruf Teil der Kunst- und Kulturszene der Stadt ist, reicht es ihm, hinter seiner Werkbank zu sitzen. Er arbeitet rund ums Jahr - und Routine ist ihm wichtig. Jeden Morgen vor der Arbeit macht Meister Yan einen zweistündige Spaziergang zum Tseung Kwan O's Ducking Hill, bevor er mit der MTR nach Jordan fährt. Gleich neben seinem Geschäft befindet sich sein Lieblingsrestaurant, wo er sein tägliches Menü aus Spiegelei, Toast und Makkaroni isst.  Manchmal schaut er auch in einem nahegelegenen Café auf eine große Schüssel Nudelsuppe vorbei. Er braucht weder Ruhm noch Reichtum, sondern einfach nur ein Lebensziel.

Meister Yan Ka-man auf der Türschwelle seines Shops in Jordan sitzend

Bildnachweis: Julian Leung Photography

"Wir machen einfach unsere Arbeit. Was bringt es schon, berühmt zu sein?", sagt er. Diese Einstellung ist typisch für alteingesessene Handwerker, die oft ihr ganzes Leben ihrem Beruf nachgehen, ohne sich zu beklagen. Viele traditionelle Handwerksberufe der Region verschwinden langsam, deshalb veranstaltet Meister Yan regelmäßig Workshops für angehende Schneiderinnen, die die Tradition der Qipao-Schneiderei fortführen wollen. Seine Schülerinnen haben den Qipao modern interpretiert und damit ein neues Mode-Zeitalter eingeläutet, das klassische und moderne Stile miteinander verbindet - ein Phänomen, das auch für West Kowloon typisch ist. Auf diese Weise wird die Geschichte bewahrt und geht nahtlos in die Moderne über. 

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