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Kultur erleben

Hongkongs traditionelle Seite

 

Technisch und architektonisch ist Hongkong ein internationaler Vorreiter. Doch warum stehen manche der Wolkenkratzer scheinbar schief? Wieso erfreuen sich hier und da verspiegelte Fassaden so großer Beliebtheit? Der Grund heißt „Fengshui“: Nach den Lehren der chinesischen Geomantik müssen Häuser, Straßen, Gräber und sogar die Möbel so ausgerichtet werden, dass sie den Energiefluss der Natur nicht stören. Beim Bau eines neuen Hauses muss also ein Fengshui-Berater her. Mithilfe des Fengshui-Kompasses berechnet er beispielsweise die richtige Platzierung des Gebäudes im Verhältnis zu den Himmelsrichtungen und den umliegenden Bergen, bestimmt die Position der Eingangstür und lenkt mit Mauern, Spiegeln, Blumen und anderen Accessoires die Energieströme so, dass die guten Einflüsse erhalten bleiben, während schlechte Energien abgewehrt werden. Selbstverständlich ist auch, dass das Chef-Büro in der nordwestlichen Ecke des Gebäudes liegt, die als besonders energiegeladen gilt.

Banken gehen auf Nummer sicher

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All dies ist für den aufmerksamen Beobachter überall in der Stadt sichtbar. Zum Beispiel am Hauptgebäude der HSBC Bank in Central: Auf dem Dach des Gebäudes wehren zwei Masten schädliche Einflüsse ab, während die beiden Löwen am Eingang Dämonen davon abhalten, hier Schabernack zu treiben. Der Eingang wiederum erinnert nichtzufällig an einen Strand: Mit den Wellen kommt das Geld in die Bank gespült. Damit das so bleibt, hat sich die Bank zusichern lassen, dass der Blick über den Victoria Harbour auf ewig unverbaut bleibt. Die Rolltreppen wiederum sind leicht schräg angeordnet, denn Dämonen können sich nur gerade fortbewegen.

Vorsicht, Drachenwechsel

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Wie wichtig Fengshui ist, beweisen zudem die zahlreichen Drachenlöcher in der Stadt. Das berühmteste »Loch-Haus« steht an der Hongkonger Repulse Bay: Hier wurde in bester Lage ein achtstöckiges großes Loch mitten in einem Apartmentkomplex freigelassen, um den Drachen von Kowloon, dessen Name sich wörtlich mit „neun Drachen“ übersetzt, weiterhin den Weg zum Wasser zu ermöglichen. Hongkongs Wohlstand ist schließlich just jenen Drachen zu verdanken, die hier zum Wasser kommen. Ihnen das tägliche Bad zu verwehren, wäre geradezu fahrlässig. Auch andere Gebäude, zu Beispiel am Victoria Harbour, sind durch Drachenlöcher geschützt.

Sogar für den wirtschaftlichen Erfolg der Stadt Hongkong gibt es eine passende Fengshui-Erklärung: Die Berge im Rücken, den Blick über das Wasser ausgerichtet und mit dem Schutz der Drachen von Kowloon – kein Wunder, dass hier die Geschäfte gut laufen…

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